Wie sollen Information und die Prozesse und Systeme die diese Information vermitteln gestaltet werden, damit die Information vom Menschen möglichst effizient und effektiv aufgenommen wird? Das Arbeiten an einer Lösung für dieses Problem bildet den zentralen Aspekt unserer Forschungstätigkeit, wobei wir uns hauptsächlich mit der Schnittstelle zwischen Menschen und technischen Systemen, der sogenannten Human-Computer-Interaction (HCI), befassen.
Die Bandbreite der durchgeführten Projekte spannt sich von internationalen Kooperationsprojekten in der Größenordnung von mehreren Millionen Euro Projektbudget, über zahlreiche national geförderte Forschungsprojekte bis hin zur Auftragsforschung für Firmen. Im Rahmen dieser Projekte wurde mit über 40 Unternehmen und mehr als 30 Forschungsinstitutionen kooperiert. Die Resultate dieser umfassenden F&E Tätigkeiten sind in Form von Produkten, Dienstleistungen, produktnahen Prototypen und zahlreichen wissenschaftlichen Publikationen vorhanden. Die StudentInnen partizipieren an dieser intensiven Forschungstätigkeit durch die Möglichkeit aktiv an den Forschungsprojekten mitzuarbeiten (z.B. im Rahmen von Diplomarbeiten), und auch durch die Lehre, in die die neuesten Erkenntnisse der Forschungstätigkeiten einfließen.
Primär werden die folgenden Forschungsgebiete rund um das Thema Human-Computer-Interaction behandelt:
- Interaction with Knowledge and Information Spaces – Komplexe Inhalte verlangen nach neuen Interaktions- und Visualisierungsmethoden. Die Navigation durch große multimediale Datenmengen (Film, Video, Web) sowie die Manipulation von Inhaltsstrukturen zählen ebenso zu unseren Spezialgebieten, wie die Visualisierung und Interaktion mit großen abstrakten Datenmengen. Als Beispiel dazu ist das Fachgebiet der Bioinformatik zu nennen, in dem es, unter anderem, um die Visualisierung und die Interaktion mit großen Datenmengen geht.
- Interface Design – User Interfaces bilden die Grundlage für die Entwicklung unterschiedlichster computerbasierter Systeme. Wir beschäftigen uns mit der benutzerorientierten Gestaltung solcher interaktiver Systeme, wie zum Beispiel Software, Websites aber auch technische Geräte. Bei Objekten des alltäglichen Gebrauchs wird man zukünftig von vernetzten (unsichtbaren) Benutzerschnittstellen umgeben sein (responsive environments, ubiquitous communication). Neuartige portable Eingabegeräte werden keine mechanische Verbindung mit dem Anwender haben (z.B. full body interfaces, augmented user interfaces).
- Technology Enhanced Learning – Der Forschungsfokus in diesem Gebiet beinhaltet die Entwicklung von adaptiven spielähnlichen Umgebungen, welche durch Adaption, Motivation und Interaktion kognitive Prozesse fördern sollen. Eine der Forschungsfragen ist, wie und in welchem Ausmaß immersive Umgebungen und spielerische Interaktionen zur Wissensaufnahme beitragen können. Weiters wird untersucht, inwieweit durch adaptive Wissensvermittlung mit neuen Technologien Lernprozesse unterstützt werden können. Motivationsfördernde Strategien im Bereich E-Learning werden entwickelt und der Einfluss des Faktors Aufmerksamkeit untersucht. Ein selbst entwickeltes Evaluierungsframework zur Untersuchung von technologiegestütztem Lernen steht zur Verfügung.
- Realtime 3D-Simulation – Dieser Bereich beschäftigt sich primär mit der Erstellung von Echtzeit 3D-Simulationen unter Verwendung von haptischen Interaktionsprozessen mit Hilfe von Real-World-Interfaces (Mixed-Reality-Simulatoren) für die virtuelle Aus- und Weiterbildung in speziellen Themengebieten. Hauptziel der Entwicklungen ist die Minimierung der vorhandenen Risken bzw. ein erhöhtes Gefühl für die Sicherheit bei den Lernenden / Auszubildenden.