Lebenslanges Lernen und multimediale Vernetzung – Ein Gräuel für Alle, die sich mit dem Mut der Verzweiflung durch einen Satz kämpfen, der in 15 Zeilen nicht erklärt, was eine Grafik mit wenigen Linien deutlich macht. AdeLE steht für Adaptives E-Learning mit Eye-Tracking, strebt nach neuen Lösungen in der Welt des E-Learning und stellt dabei den Benutzer in den Mittelpunkt aller Entwicklungen.
Das Verfahren zur Messung von Blickbewegungen, bezeichnet als Eye-Tracking, ist Ausgangspunkt für das Forschungsprojekt AdeLE, an dem seit November 2003 der Studiengang Informationsdesign und das Institut für Informationssysteme und Computer Medien (IICM) der TU Graz arbeiten.
AdeLE erfasst und analysiert Blickbewegungen. Diese Daten liefern Antworten zu Fragen wie: Betrachtet der Benutzer Text-Passagen oder Bilder und Grafiken? In welcher Abfolge sieht er die einzelnen Bausteine eines Kurses oder einer Homepage? Wenn der Benutzer einen Text liest, lernt er ihn dann auch? Wann sucht er nach Information? Wenn der Benutzer Informationen sucht, findet er sie dann auch? Muss zusätzliche Information für ihn generiert werden? Und: Wann ist der Benutzer müde und die Pause sinnvoll?
Die Softwareentwicklung schafft darauf aufbauend ein System, das die erhobenen Parameter nicht nur erkennt, sondern auch darauf reagiert – und das in Echtzeit. Dabei werden zwei Richtungen verfolgt: Erstens werden Struktur und visuelle Darstellung der Inhalte angepasst. Zweitens bietet die integrierte dynamische Hintergrundbibliothek Zusatzinformationen dort, wo der Benutzer sie braucht.
Der Lernende selbst, obwohl im Mittelpunkt des Interesses, bleibt unbeeinflusst: Die Infrarot- Kamera im Inneren des Bildschirms sieht er nicht; von den komplexen Prozessen im Hintergrund weiß er nicht; dass Sakkaden schnelle Augenbewegungen sind, wohingegen Fixationen Phasen des Stillstands bezeichnen, kümmert ihn nicht. Der Benutzer erfährt nur das Ergebnis dieser Prozesse und lernt – einfach, effizient und erfolgreich.
Weitere Infos
Projektlinks